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Zypern – Zyprioten haben eine geringere Pro-Kopf-Verschuldung als Berliner.

Griechenland bekommt den Abbau seinen Defizits langsam in den Griff. Der Patient ist zwar noch nicht topfit, aber er ist am Leben. So konnte man die Situation um Griechenland mit einfachen Worten umschreiben. Griechische Staatsanleihen haben zwar immer noch den Ramsch-Status – sie haben weiterhin ein Rating von C -, dennoch hat sich der Anleihenkurs in den letzten Monaten schon spürbar verbessert. Noch vor wenigen Monaten wurden Griechische-Bonds mit einem Kurs von unter 20 gehandelt. Jetzt liegt der Kurs schon bei über 40. Kaum haben wir den einen Patienten “gerettet”. Kommt auch schon der nächste. Zypern steht mit einer Staatspleite vor der Tür und bittet um ein Hilfspaket. Die Angst ist zurück.

Zum ersten Mal seit der Rettung eines Eurolandes, gibt es einen Tabubruch, denn die Sparer sollen zur Kasse gebeten werden. Jeder Bürger der mehr als 1000.000 Euro auf der hohen Kante hat, soll eine Zwangsabgabe leisten. Die Finanzindustrie liegt am Boden. Seit 6 Tagen haben die Banken nun schon auf Zypern geschlossen. Wenn die Banken nicht bald wieder öffnen, dann brauchen wir auch keine Hilfspakete mehr schicken, dann ist der Patient nämlich tot.

Wieviel Schulden hat jeder Einwohner Zyperns.

Auf der drittgrößten Mittelmeerinsel haben die 1.120.489 Einwohner im Haushaltsjahr 2011 ein Defizit von 12,72 Milliarden erwirtschaftet. Damit liegt die rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung der Zyprioten (ich glaube, so heissen die Einwohner von Zypern – wenn nicht bitte mal als Kommentar den richtigen Namen posten. Zypressen wäre übrigens als Antwort falsch) bei 11.334 Euro. Im Vergleich zu Bremen oder Berlin stehen die Zyprioten ausgesprochen gut dar.

Pro-Kopf-Verschuldung
2011
Zypern 11.334,00 €
Bremen 28.638,00 €
Berlin 17.651,00 €

Quelle: http://www.brandeins.de/online-extras/hintergrund/pro-kopf-verschuldung-der-bundeslaender.html

Wieviel Geld liegt auf Zypern

Nach den aktuellen Statistiken lagen rund 65 Millarden auf zyprischen Konten. Davon stammen ungefähr 40 Milliarden von Einheimischen, 5 Millarden von Bürgern aus anderen Euro Ländern und der Rest von ca. 20 Milliarden aus dem Rest der Welt. Wobei in der letzten Kategorie hauptsächlich vermögende Russen zu finden sind. Die reichen Russen finden es natürlich nicht so lustig, dass Einlagen über 100.000 mit einer Zwangsabgabe belastet werden sollen.  Angeblich sollen sich auf den Konten  bereits 3 Milliarden weniger befinden. Eine schleichende Kapitalabwanderung setzt sich damit weiter fort.

Es ist im Gespräch, dass Zypern ein Hilfspaket in Höhe von 10 Milliarden aus dem Euro-Krisenfond bekommen soll. Das ist natürlich auch an Bedingungen geknüpft. So soll unter anderem die Körperschaftssteuer von 10,00 auf 12,5 % steigen.

Zypern hat wohl auch schon zu russischen Banken Kontakt aufgenommen um Hilfskredite zu bekommen. Wie ich jetzt aber im Internet gelesen habe, gewährt Russland keine weiteren Kredite mehr.

Fazit:

Es bleibt also spannend, was aus Zypern wird. Zypern ist zum Glück ein relativ kleines Euroland und das Hilfspaket würde die EU auch nicht in die “Insolvenz” stürzen.

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